Fahrtraining für Zivildienstleistende

besonderes Fahrtraining, entsprechend den Vorgaben des Leitfadens für den Zivildienst (Abschnitt D Nr. 1.2.2).

Fahrtraining für Zivis

Seit 01. Oktober 2009 Pflicht

Das Bundesamt für den Zivildienst hat angeordnet, dass alle Zivildienstleistenden, die überwiegend im Fahrdienst eingesetzt werden, vor Dienstantritt an einem Fahrtraining von mindestens fünf Zeitstunden (300 Minuten) teilnehmen müssen. Das Fahrtraining ist verbindlich für alle Zivildienstleistenden, die ab 01.10.2009 erstmals dienstlich ein Kraftfahrzeug führen.

Zivis als Risikogruppe im Straßenverkehr

Statistisch betrachtet sind junge Männer zwischen 18 und 24 Jahren die Hauptrisikogruppe im Straßenverkehr – in dem Alter sind Zivis.
Laut Statistik verursachen sie ein Drittel aller Unfälle – oft Blechschäden. 70 Prozent der Schäden an Dienstfahrzeugen sind solche, die beim Rangieren bzw. Rückwärtsfahren oder Einparken entstehen, oft durch mangelnde Fahrerfahrung bedingt.

Fahrtraining für Zivis

Hohe Verantwortung

Zivildienstleistende bekommen im Fahrdienst eine hohe Verantwortung übertragen und sind oftmals überfordert. Daher ist es umso wichtiger, dass sie für ihren Einsatz optimal vorbereitet werden. Ziel eines individuellen Fahrtrainings ist es, die Fahrsicherheit der Zivis im Straßenverkehr zu erhöhen – einerseits im Umgang mit dem anvertrauten Dienstfahrzeug, andererseits bei der Beförderung von z.B. älterer oder behinderter Menschen.

Verschiedene Tätigkeitsfelder

Fahrtraining für Zivis

Kraftfahrdienste fallen für Zivildienstleistende in verschiedenstem Rahmen an. Im einfachsten Fall dienen die Fahrten dazu, ihn zu seinem Einsatzort zu bringen, oder es handelt sich um die Wartung und Reinigung von Dienstwagen. Es kann sich aber auch um Sachtransporte oder Personenbeförderung handeln. Bspw.:

  • Mahlzeitendienst („Essen auf Rädern“)
  • Sachtransporte (Sachspenden, Zelte, Sportgeräte, Möbel ...)
  • Behindertenfahrdienst
  • Krankentransport
  • Rettungsdienst
  • Mobiler sozialer Hilfsdienst

Trainingsumfang

Fahrtraining für Zivis

Für Zivildienstleistende im Krankentransport, im Behindertenfahrdienst oder im Mahlzeitendienst, auf Plätzen der Tätigkeitsgruppen 07, 08, 11, 19 und 45, sowie für Zivildienstleistende, die mindestens 50 Prozent ihrer Arbeitszeit fahren, muss das Fahrtraining mindestens fünf Stunden umfassen.
Betragen die Einsätze im Fahrdienst weniger als 50 Prozent der Arbeitszeit, kann die Einweisung fünf Stunden unterschreiten.

Inhalte

Das besondere Fahrtraining, als Teil des Einweisungsdienstes, soll aus einem theoretischen und praktischem Teil, sowie einer begleiteten Fahrt bestehen Das Training muss sich an den in der Dienststelle anfallenden Fahrten (Personen- oder Lastenbeförderung) und den verwendeten Fahrzeugtypen orientieren.
Ein klassisches Fahrsicherheitstraining deckt die Anforderungen allein nicht ab!

Einsatz der Dienstfahrzeuge

Fahrtraining für Zivis

Um das Fahrverhalten der verwendeten Pkw, Kleintransporter oder Kleinbusse einschätzen zu können, sollte die Schulung sinnvollerweise mit dem jeweils eigenen Einsatzfahrzeug bzw. einem vergleichbaren Fahrzeug erfolgen.

Konzept

Wir setzen ein Programm der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e. V. um, welches durch das Bundesamt für Zivildienst anerkannt ist.

Programmbausteine

Wir bieten zu den geforderten Teilen folgende Inhalte an:

Theoretischer Teil (Zeitansatz mind. 135 Minuten)

  • Regelkenntnisse, Grundlagen der Fahrphysik, richtiges Verhalten an Unfallstellen
  • Fahrgastverhalten (Mitfahrer, Ablenkung, Sicherheit)
  • Das andere Fahrzeug (Dienstfahrzeug, Fahrmotive)
  • Fahrerverhalten (Beeinflussungen, Ursachen)
  • Sonder- und Wegerechte (zzgl. mind. 30 Minuten)

Praktischer Teil (Zeitansatz mind. 180 Minuten)
Auswahl einiger Übungen

Fahrtraining für Zivis
  • Richtige Sitzposition
  • Schwungrollen
  • Slalom
  • Durchfahren einer Engstelle
  • Höfchen (Rangieren und Wenden auf engstem Raum)
  • Rückwärts längs parken
  • Spurgasse rückwärts und Zielbremsung
  • Gefahrbremsung
  • Zielbremsung
  • Anfahren und Bremsen
  • Kreis-Fahren

Begleitete Fahrt (Zeitansatz ca. 45 Minuten je Fahrer)

Fahrtraining für Zivis
  • Durchführung als Gruppenfahrt mit zwei oder drei Teilnehmern
  • Verschiedenste Streckenführungen mit unterschiedlichen Verkehrssituationen
  • Beobachtungsaufträge für die Mitfahrer
  • Abschließende Nachbesprechung

Ihre Vorteile

  • Es werden gezielt die bei Fahrten von Zivildienstleistenden bekannten Unfallursachen angesprochen.
  • Unsere Trainings sind „vor Ort“, da für die Durchführung der praktischen Übungen keine speziell eingerichteten Plätze erforderlich sind.
  • Wir berücksichtigen ganz gezielt die Wünsche der Einsatzstellen.
  • Wir verfügen über moderne Unterrichtsmedien zu allen in Betracht kommenden Themen.

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