Ladungssicherung (nach VDI 2700a)

Warum Ladungssicherung?

Immer wieder werden durch Fahrzeuge schwere Unfälle verursacht, weil ihre Ladung entweder gar nicht oder falsch gegen die auftretenden Belastungen gesichert ist. Bei Kontrollen weisen ca. drei Viertel der Fahrzeuge Mängel bei der Ladungssicherung auf, bei über einem Drittel sind diese so schwerwiegend, dass unmittelbare Unfallgefahr besteht!
Das Sichern der Ladung ist gesetzlich vorgeschrieben und ein Qualitätsmerkmal des Gütertransports.

Falsch eingeschätzte Gefahren

Die Notwendigkeit der Ladungssicherung ist vielen Verantwortlichen noch nicht ausreichend bekannt. Die Gefahren, die von einer mangelhaft oder ganz ungesicherten Ladung ausgehen, werden häufig völlig falsch eingeschätzt. Das auch schwergewichtige Ladungsstücke ohne Sicherung bei Bremsungen, Richtungswechseln oder gar Ausweichmanövern in Bewegung kommen können, stößt alarmierend oft auf Unverständnis bei den Verantwortlichen.

Ausbildung spart Kosten

Die wirtschaftlichen Risiken von möglichen Schäden infolge unzureichender Ladungssicherung werden oft unterschätzt. Dabei können einzelne Grosschäden sogar zum wirtschaftlichen Ruin sowohl des Fahrers als auch des Unternehmens führen. Mit gut gesicherter Ladung auf dafür geeigneten und ausgerüsteten Fahrzeugen lassen sich auf Dauer Kosten sparen und Risiken minimieren.

Verantwortlichkeit

Ladungssicherung beginnt nicht erst auf den Ladeflachen von Lkw, sondern ist auch ein Thema in der gesamten Logistikkette.
Oft sind die Fahrer nicht die Alleinverantwortlichen für die Sicherung der Ladung. Bei Transporten z.B. unter Zollverschluss haben die Fahrer keinerlei Kontrollmöglichkeit der Sicherungsmaßnahmen. So können auch Hersteller, Versender, Verlader u.a. verantwortlich sein. Diese doppelte Zuständigkeit entbindet jedoch niemanden von der Pflicht, für eine verkehrssichere Beladung von Fahrzeugen zu sorgen. Letztendlich ist jeder am Transport Beteiligte verantwortlich!

Seminarinhalte

  • Rechtliche Grundlagen (StVo, StVZO, HGB, BGV D29, VDI 2700, DIN/EN-Normen…)
  • Physikalische Grundlagen (Kräfte im Fahrbetrieb, Reibkraft, Standfestigkeit…)
  • Anforderungen an das Transportfahrzeug (Belastbarkeiten, Lastverteilungsplan…)
  • Arten der Ladungssicherung (Formschluss, Kraftschluss, Kombinationen…)
  • Ermittlung von Sicherungskräften (Niederzurren, Direktzurren, Abstützungen…)
  • Zurrmittel für die Ladungssicherung (Zurrgurte, -ketten, -drahtseile, Ablegereife…)
  • Hilfsmittel zur Ladungssicherung (Sperrbalken, Keile, Antirutschmatten, Füllpolster…)
  • Praktische Übungen am Fahrzeug (Beurteilen der Fahrzeugeignung, Anwenden der Sicherungsmethoden…)

Seminartypen

  • eintägiges (8 UE) Grundlagenseminar für Fahrer und verantwortliche Personen
  • zweitägiges (16 UE) Seminar nach VDI 2700 mit anschließender Erfolgskontrolle und Erhalt des Ausbildungsnachweises nach VDI 2700a

Seminarziele

Die Seminarziele orientieren sich nach den Kriterien der Notwendigkeit, der Qualität und der Praxistauglichkeit am Markt und richten sich nach der VDI-Richtlinie 2700ff. 

Die Teilnehmer:

  • lernen Verantwortungsbereiche kennen und können die negativen Konsequenzen unverantwortlichen Handelns einschätzen,
  • lernen Versandbeanspruchungen kennen (physikalische Grundlagen),
  • erkennen und beurteilen Kipp- und Rutschgefahren und lernen richtig sichern,
  • lernen Grundstauweisen kennen,
  • beurteilen die Eignung eines Fahrzeugs in Verbindung mit dem Lastverteilungsplan (LVP),
  • können Ladungssicherungen aus Versandbeanspruchungen ableiten,
  • lernen Einrichtungen und Hilfsmittel zur Ladungssicherung und deren Ablegekriterien kennen,
  • können Ladungssicherungsmethoden anwenden,
  • Bereitschaft zur Eigeninitiative und zur Übernahme von Verantwortung entwickeln und die persönlichen Vorteile ihrer Handlungen kennen- und schätzen lernen

Themenplan nächste Termine

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